Kennst du das auch? Du gehst online shoppen, wählst „Buy Now, Pay Later“ (BNPL) als Zahlungsmethode und kaufst jetzt, bezahlst später. Aber was passiert, wenn du die Zahlung vergisst oder nicht rechtzeitig bezahlst? Mahngebühren kommen dann schnell ins Spiel. Tatsächlich muss mehr als jeder dritte Käufer solche Gebühren zahlen, weil die Frist verpasst wurde. Gerade junge Menschen zwischen 18 und 25 Jahren sind häufig betroffen. Doch es gibt bald eine neue Verbraucherkreditrichtlinie, die dich als Verbraucher besser schützen soll.
In diesem Artikel erklären wir dir, was sich durch die neuen Regelungen ändert und wie du als Käufer davon profitieren kannst.
Was sind die neuen Verbraucher-Kredit-Richtlinie?
Die EU-Verbraucherkreditrichtlinie wurde reformiert, um Verbraucher besser zu schützen. Die wichtigsten Änderungen betreffen insbesondere die Zahlungsmethoden wie „Buy Now, Pay Later“ (BNPL) und Ratenkäufe, bei denen du erst später bezahlst.
Das Ziel dieser neuen Regelung ist, wachsende Schuldenberge zu verhindern und dafür zu sorgen, dass du als Verbraucher genau weißt, was dich erwartet, bevor du einen Kredit oder eine Ratenzahlung aufnimmst. Die Änderungen betreffen auch kleine Kredite, die bisher oft nicht ausreichend kontrolliert wurden.
Was ändert sich konkret?
- Mehr Kontrolle bei der Kreditvergabe
Künftig müssen Anbieter bei der Vergabe von Krediten oder Ratenzahlungen auch deine Kreditwürdigkeit prüfen – und zwar auch für Beträge unter 200 Euro. Das bedeutet, dass Anbieter wie Klarna oder PayPal nicht mehr einfach „auf gut Glück“ Kredite vergeben dürfen. Sie müssen sicherstellen, dass du dir den Kredit auch leisten kannst. So soll verhindert werden, dass du dich ungewollt überschuldest.
Was bedeutet das für dich? Du bekommst nur dann eine Ratenzahlung angeboten, wenn auch deine Finanzen dafür ausreichen. So wirst du vor unnötigen Schulden geschützt.
- Klarere Kosten und Risiken
In Zukunft müssen die Anbieter genau angeben, was die Gesamtkosten eines Kredits oder einer Ratenzahlung sind. Es gibt keine versteckten Gebühren mehr. Wenn du dich für eine Zahlung auf Raten entscheidest, siehst du sofort, welche Kosten damit verbunden sind.
Was bedeutet das für dich? Du weißt immer, wie viel du insgesamt zahlen musst und welche Risiken damit verbunden sind.
- Bessere Transparenz bei Werbung
Werbung für Kredite oder Ratenkäufe darf nicht mehr mit irreführenden oder verharmlosenden Aussagen werben. Zum Beispiel muss klar sein, dass Kreditaufnahme Geld kostet. Werbung wird nun genauer geprüft, um sicherzustellen, dass du keine falschen Informationen erhältst.
Was bedeutet das für dich? Du wirst nicht mehr mit übertriebenen Werbeversprechen getäuscht und kannst fundierte Entscheidungen treffen.
- Schuldenprävention durch bessere Kreditwürdigkeitsprüfung
Anbieter müssen vor der Kreditvergabe sicherstellen, dass du die Rückzahlung auch wirklich leisten kannst. Wenn dein Schufa-Score schlecht ist oder du keine ausreichenden Einkommensnachweise liefern kannst, wird dir die Ratenzahlung nicht gewährt.
Was bedeutet das für dich? Wenn du finanziell nicht in der Lage bist, einen Kredit zurückzuzahlen, wirst du durch diese Regelung geschützt. Du wirst nicht in eine Schuldenfalle geraten.
- Fristen und Widerrufsrecht
Du wirst künftig klarere Informationen über dein Widerrufsrecht bekommen. Falls du ein Kreditangebot annimmst, kannst du es künftig nur für 12 Monate und 14 Tage zurückziehen, falls du die Widerrufsbelehrung falsch erhalten hast. Auch bei digitalen Vertragsabschlüssen musst du aktiv zustimmen, statt voreingestellte Checkboxen zu akzeptieren.
Was bedeutet das für dich? Du hast mehr Zeit, deine Entscheidungen zu überdenken, und es wird dir leichter gemacht, das zu tun, was du wirklich willst.
Was bedeutet das für junge Menschen?
Gerade junge Käufer zwischen 18 und 25 Jahren, die oft noch wenig Erfahrung im Umgang mit Krediten haben, werden durch diese neuen Regelungen besser geschützt. Viele junge Menschen nutzen Ratenkauf-Angebote, ohne sich der finanziellen Folgen wirklich bewusst zu sein. Durch die verschärfte Prüfung der Kreditwürdigkeit und die Klarheit über die Kosten wird es schwieriger, sich mit unnötigen Schulden zu belasten.
Das neue Gesetz ist ein wichtiger Schritt, um junge Menschen vor finanziellen Problemen zu bewahren und ihnen zu helfen, klügere Entscheidungen beim Einkaufen zu treffen.
Fazit: Ein besserer Schutz für dich
Die neuen EU-Verbraucherkreditrichtlinien machen es für Anbieter schwieriger, dich mit unklaren, unfairen Kreditangeboten zu locken. Sie sorgen dafür, dass du genau weißt, welche Kosten auf dich zukommen und dass du die Ratenzahlungen nur dann bekommst, wenn du sie dir auch leisten kannst. Dies schützt dich vor unnötigen Schulden und hilft, dass du nicht in eine finanzielle Notlage gerätst.
Wichtig: Wenn du heute schon Schwierigkeiten hast, den Überblick über deine Zahlungen zu behalten, zögere nicht, dir Hilfe zu holen. Schulden müssen nicht zwangsläufig zu einer Insolvenz führen, wenn du früh genug gegensteuerst.