Was tun, wenn gar kein Geld mehr da ist?

Es kann vorkommen, dass finanzielle Mittel vorübergehend knapp werden oder vollständig fehlen. In einer solchen Situation ist es wichtig, besonnen zu bleiben und strukturiert vorzugehen. Dieser Artikel zeigt auf, welche Schritte sinnvoll sind und welche Möglichkeiten es gibt, wenn kein Geld mehr zur Verfügung steht.

1. Ruhe bewahren

Wenn das Geld knapp wird, ist es wichtig, ruhig zu bleiben. Panik hilft dir nicht weiter. Versuche, einen klaren Kopf zu behalten, damit du gute Entscheidungen treffen kannst.

2. Prioritäten setzen

Überlege dir, welche Dinge im Moment am wichtigsten sind. Am wichtigsten sind meist:

  • Miete und Strom zahlen
  • Essen kaufen
  • Gesundheit und notwendige Medikamente

Andere Dinge wie Unterhaltung oder Luxusgüter kannst du vorerst weglassen.

3. Überprüfe deine Ausgaben

Schau dir genau an, wo dein Geld hingeht. Vielleicht gibt es Dinge, auf die du vorübergehend verzichten kannst. Kannst du Abo-Dienste kündigen oder günstiger einkaufen? Manchmal reicht es schon, kleinere Anpassungen vorzunehmen, um etwas Geld zu sparen.

4. Unterstützung suchen

Wenn du keine eigenen Ersparnisse hast, solltest du dir Unterstützung holen:

  • Freunde und Familie: Manchmal hilft es, sich an nahestehende Personen zu wenden. Sie können dir eventuell kurzfristig aushelfen.
  • Soziale Hilfe: In Deutschland gibt es staatliche Unterstützung wie Bürgergeld oder Sozialhilfe, wenn du in Not bist. Du kannst beim Jobcenter nachfragen, ob du Anspruch auf Unterstützung hast.
  • Wohlfahrtsorganisationen: Organisationen wie die Tafel bieten kostenlose Lebensmittel an, wenn du in einer schwierigen Lage bist.
  • Besuche den Ortspfarrer und erkläre deine Situation
  • Das Jobcenter kann Lebensmittelgutscheine oder einen Vorschuss geben.
  • Bahnhofsmission oder Suppenküche bei der Stadt aufsuchen.
  • Sozialamt auf Notlage hinweisen – diese haben eine Beratungspflicht
  • Wenn das Jobcenter für eine Notauszahlung nicht zu erreichen ist, dann kann der sogenannte Nothilfeparagraph §25 SGB XII nützlich sein. Dieser besagt, das die Not durch eine andere Person verringert werden kann. Das Jobcenter wird nach einer eingehenden Prüfung des Falls, die vorgestreckten Leistungen dieser Person zurückzahlen. (Bevor dir jedoch eine andere Person aus der Not hilft, schreibe dem Jobcenter eine Mail, oder lasst eine Sprachnachricht auf den Anrufbeantworter zurück. Erkläre genau deine Situation und protokollier den Sachverhalt und dein Vorgehen.)
  • Wenn keine Stelle zahlt, kann auch ein Eilantrag beim Sozialgericht gestellt werden. Wichtig zu wissen: Der Antrag kann formlos gestellt werden (schriftlich, persönlich oder teilweise auch per Fax/online). Du brauchst keinen Anwalt dafür. Das Sozialgericht prüft im Eilverfahren, ob schnell geholfen werden muss, um eine akute Notlage (z. B. kein Geld für Essen oder Miete) abzuwenden.

5. Einen Nebenjob suchen

Falls du die Möglichkeit hast, kannst du versuchen, zusätzliches Geld zu verdienen. Es gibt viele Wege, nebenbei etwas zu tun:

  • Freiberufliche Arbeit: Wenn du eine besondere Fähigkeit hast, wie Schreiben, Grafikdesign oder Nachhilfe geben, kannst du auf Plattformen wie Fiverr oder Upwork Arbeit finden.
  • Kleinanzeigen: In vielen Städten gibt es Online-Plattformen, wo du Dinge verkaufen kannst, die du nicht mehr brauchst.

6. Schulden vermeiden

Wenn du in finanziellen Schwierigkeiten bist, solltest du darauf achten, keine neuen Schulden zu machen. Nimm keine weiteren Kredite auf, wenn du diese nicht zurückzahlen kannst. Das könnte deine Situation nur noch schlimmer machen.

7. Finanzberatung suchen

Es kann hilfreich sein, sich bei einem Fachmann Unterstützung zu holen. Es gibt Beratungsstellen, die dir helfen können, deinen Haushalt besser zu organisieren und Lösungen für deine finanzielle Lage zu finden. In Deutschland gibt es zum Beispiel die Schuldnerberatung, die dir helfen kann, einen Überblick zu bekommen und eine Lösung zu finden.

8. Langfristig planen

Denke auch langfristig darüber nach, wie du in Zukunft besser mit deinem Geld umgehen kannst. Versuche, einen Notfallfonds aufzubauen, um in schwierigen Zeiten besser abgesichert zu sein. Es kann helfen, einen Plan zu erstellen, wie du deine Finanzen verbessern kannst, auch wenn es jetzt schwer erscheint.

Fazit

Es kann sehr belastend sein, wenn kein Geld mehr da ist. Aber wichtig ist, dass du ruhig bleibst, die Situation analysierst und Schritt für Schritt nach Lösungen suchst. Es gibt immer Möglichkeiten, aus der Krise herauszukommen. Und denk daran: Du bist nicht allein – es gibt viele Menschen und Institutionen, die dir helfen können.

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