Drohbriefe

Drohbriefe

Was kann passieren, wenn du deine Rechnungen nicht bezahlst?

Wenn du deine Rechnung nicht zahlst, bekommst du meistens eine Erinnerung. Das nennt man „Zahlungserinnerung“ oder „Mahnung“.  Manchmal kommen die Briefe sehr schnell hintereinander, um Druck aufzubauen.

Die Firma oder Person, bei der du Schulden hast, nennt man „Gläubiger“. Häufig geben Gläubiger offene Rechnungen an ein Inkassobüro oder eine Anwaltskanzlei weiter. Deren Geschäft es ist, als Gläubigervertreter, den offenen Geldbetrag einzuholen. Für deren Leistungen, wie das versenden von Briefen, Telefonaten und den Prozess der Informationsbeschaffung entstehen weitere Kosten für dich. Bei der Beitreibung des Geldes nimmt der Druck und die Drohungen meist zu. In den Briefen stehen Beispielsweise folgende Sätze:

  • Du wirst eine Lohnpfändung bei deinen Arbeitgeber erhalten.
  • Dein Konto wird gepfändet.
  • Du bekommst Probleme mit der SCHUFA.
  • Du bekommst Besuch vom Gerichtsvollzieher.
  • Es drohen hohe Zusatzkosten und Zinsen.
  • Es wird sogar mit Haftbefehl oder Anzeige gedroht.

Drohungen und Anrufe

Einige Inkassobüros drohen mit Hausbesuchen oder damit, dass sie Detektive vorbeischicken. Andere rufen oft an – besonders abends oder am Wochenende – und sind unangenehme, druckerzeugende Gesprächspartner.

Aber:

  • Hausbesuche dürfen nur Gerichtsvollzieher machen – und nur mit Termin.
  • Steht ein Inkassobüro vor deiner Haustür, musst du diesem nicht öffnen, oder dich auf ein Gespräch einlassen. 
  • Selbst am Telefon musst du gar nichts sagen. Lass dich auf kein Gespräch ein und lege auf. 

Am besten ist, du klärst das Thema schriftlich und mit Unterstützung einer Schuldnerberatungsstelle.


Muss ich Angst haben?

Viele Menschen bekommen Angst, wenn sie solche Briefe lesen oder Zuhause besucht werden. Das ist ganz normal – jedoch solltest du wissen: Nicht jede Drohung ist erlaubt oder echt. Außerdem ist Angst ist ein schlechter Ratgeber, wie auch hier in diesem Fall. Du brauchst keine Angst zu haben, denn es gibt auch hier eine gute Lösung und Klärung der Situation.

Eine Anzeige wegen Schulden ist übrigens nur dann möglich, wenn du von Anfang an nicht zahlen wolltest und wusstest, dass du es nicht kannst. Das ist selten der Fall.


Was kannst du tun?

Wenn du in Geldnot bist, prüfe zuerst deine Rechnungen und verschaffe Dir einen Überblick. Geldstrafen, MietzahlungenEnergieforderungen und Unterhalt haben Vorrang vor anderen Zahlungen (Konsum). 

Um deine vorrangigen Schulden bezahlen zu können, findest du hier kurz und knapp einige Spartipps:

  • Kürze Luxusausgaben wie Netflix, Prime und Sky-Abos, 
  • Verschiebe deine Kino- und Diskobesuche auf bessere Zeiten.
  • Vermeide Spontankäufe.
  • Koche selbst statt Essen zu gehen.
  • Kündige unnötige Verträge.
  • Widerrufe Einzugsermächtigungen & Daueraufträge für die Dinge, die aktuell nicht so wichtig sind.
  • Zahle keine kleinen Raten (z. B. 10 Euro), wenn du dadurch hohe Zinsen anerkennst. Durch solche Zahlungen beginnt die Verjährung oft von vorne.

Kannst du weiterhin nicht zahlen, prüfe ob du Unterstützungsleistungen von Ämtern (Jobcenter, Sozialamt) erhalten kannst. Ist auch das nicht möglich, schreibe deinen Gläubigern und erkläre deine Situation. Sag, dass du gerade nicht zahlen kannst. 

Hol dir Hilfe!

Lass dich nicht einschüchtern. Du bist nicht allein. Es gibt Hilfe – und viele Wege aus der Schuldenfalle. Die Schuldnerberatungsstellen der Wohlfahrtsverbände helfen dir in aller Regel kostenlos. Dort bekommst du Unterstützung und Tipps. Du findest eine Beratungsstelle in deiner Nähe unter:
www.meine-schulden.de/beratungsstellen