Pfändung – Was passiert, wenn du Schulden hast
Wenn du Schulden hast und sie nicht bezahlst, kann es passieren, dass dir Geld oder Dinge weggenommen werden. Das nennt man Pfändung. Pfändung bedeutet: Ein Gläubiger (also jemand, dem du Geld schuldest) darf sich einen Teil deines Geldes oder Besitzes holen – aber nur unter bestimmten Regeln.
Wann kommt es zur Pfändung?
Eine Pfändung passiert nicht einfach so. Vorher bekommst du:
eine Rechnung
eine oder mehrere Mahnungen
vielleicht einen Gerichtsbeschluss (das nennt man „Vollstreckungstitel“)
Wenn du trotzdem nicht zahlst, darf der Gläubiger die Pfändung beantragen. Das macht er beim Gericht oder über einen Gerichtsvollzieher.
Was kann gepfändet werden?
Es gibt verschiedene Arten der Pfändung:
1. Lohn- oder Gehaltspfändung
Ein Teil deines Einkommens wird direkt vom Arbeitgeber an den Gläubiger überwiesen.
2. Kontopfändung
Dein Bankkonto wird gesperrt. Der Gläubiger bekommt Geld direkt von deinem Konto.
3. Sachpfändung
Ein Gerichtsvollzieher kommt zu dir nach Hause und nimmt wertvolle Dinge mit – zum Beispiel Schmuck, Fernseher oder teure Geräte.
Was darf NICHT gepfändet werden?
Du darfst genug Geld behalten, um zu leben. Das nennt man Pfändungsfreigrenze. Seit Juli 2025 liegt der Grundfreibetrag bei 1.560 € pro Monat. Wenn du Kinder oder andere Menschen versorgst, steigt der Freibetrag.
Auch Sozialleistungen wie Bürgergeld oder Kindergeld sind meist geschützt. Ein Pfändungsschutzkonto (P-Konto) hilft dir, dein Geld zu sichern. Damit bleibt dir immer ein Mindestbetrag zum Leben.
Was musst du tun?
Wenn du eine Pfändung bekommst:
Reagiere schnell – sprich mit dem Gläubiger oder hole dir Hilfe
Prüfe deine Freibeträge – vielleicht darf gar nicht so viel gepfändet werden
Richte ein P-Konto ein – das schützt dein Geld
Suche Beratung – z. B. bei einer Schuldnerberatung
Fazit
Eine Pfändung ist ernst, aber du bist nicht allein. Es gibt klare Regeln, damit du genug Geld zum Leben behältst. Du kannst dich wehren, Hilfe holen und deine Situation verbessern.
Wenn du Fragen hast oder Hilfe brauchst, wende dich an eine Schuldnerberatung oder das Amtsgericht. Sie helfen dir kostenlos und vertraulich.