Konto & Einkommenspfändung

Was ist eine Lohn- und Kontopfändung?

Eine Pfändung bedeutet: Ein Gläubiger (jemand, der noch Geld von dir bekommt) darf sich Geld direkt von deinem Lohn oder deinem Konto holen – mit Erlaubnis vom Gericht.

Es gibt zwei wichtige Arten:

  1. Lohnpfändung
    – Ein Teil deines Gehalts wird direkt vom Arbeitgeber einbehalten und an den Gläubiger überwiesen.
  2. Kontopfändung
    – Dein Bankkonto wird gesperrt. Die Bank darf dann Geld an den Gläubiger auszahlen.

Beides passiert nur, wenn du Schulden nicht bezahlt hast – und der Gläubiger eine gerichtliche Pfändung beantragt.


Warum gibt es eine Pfändung?

Eine Pfändung soll dafür sorgen, dass Gläubiger ihr Geld bekommen.
Oft passiert das, wenn:

  • Rechnungen oder Mahnungen nicht bezahlt wurden
  • Ein Gerichtsurteil oder Vollstreckungsbescheid vorliegt
  • Du nicht auf Briefe vom Gerichtsvollzieher reagiert hast

Wie funktioniert eine Lohnpfändung?

  • Das Gericht schickt dem Arbeitgeber einen Pfändungsbeschluss.
  • Der Arbeitgeber ist verpflichtet, einen Teil deines Lohns einzubehalten.
  • Nur das, was über dem Pfändungsfreibetrag aus der Lohnpfändungstabelle liegt, darf der Arbeitgeber an den Gläubiger abgegeben.
  • Den Rest bekommst du ganz normal ausgezahlt.

Wichtig: Du musst trotzdem Geld zum Leben behalten. Es darf dir nicht alles weggenommen werden.


Wie funktioniert eine Kontopfändung?

  • Der Gläubiger beantragt beim Gericht eine Pfändung deines Kontos.
  • Deine Bank bekommt einen Pfändungs- und Überweisungsbeschluss zugesendet.
  • Daraufhin sperrt die Bank dein Konto.
  • Das Geld auf dem Konto wird ganz oder teilweise an den Gläubiger überwiesen, wenn du kein P-Konto hast.

Du kommst dann erstmal nicht an dein Geld. Das kann sehr stressig sein – vor allem bei Miete, Strom oder Lebensmitteln.


Was kann ich tun bei einer Kontopfändung?

Du solltest sofort handeln:

  1. Ein P-Konto einrichten!
    Das ist ein Pfändungsschutzkonto. Damit ist mindestens ein Grundbetrag geschützt (aktuell ca. 1.560 € im Monat – Stand 2025).
    Den Betrag bekommst du weiter – trotz Pfändung.
  2. Zur Schuldnerberatung gehen!
    Dort bekommst du Hilfe – kostenlos und vertraulich.
  3. Mit dem Gläubiger reden
    Vielleicht ist eine Ratenzahlung oder ein Vergleich möglich.

Was ist ein P-Konto?

Ein P-Konto (Pfändungsschutzkonto) ist ein normales Girokonto mit Schutz.
Du kannst es bei deiner Bank beantragen – auch wenn schon eine Pfändung läuft.

 Vorteile:

  • Ein monatlicher Grundbetrag ist automatisch geschützt
  • Du kannst weiter über das Geld verfügen
  • Auch bei mehreren Gläubigern bleibt der Schutz bestehen

Tipp: Du darfst nur 1 P-Konto haben. Die Bank ist verpflichtet, es einzurichten – aber du musst es aktiv beantragen.


Wie viel darf gepfändet werden?

Nicht dein ganzes Einkommen oder Geld darf gepfändet werden. Es gibt gesetzliche Pfändungsfreigrenzen. ( Siehe hierzu den Pfändungsrechner der LAG Hessen)

Beispiel:

  • Wenn du weniger als ca. 1.560 € netto im Monat verdienst → keine Pfändung möglich
  • Bei höherem Einkommen → Ein Teil ist pfändbar
  • Je mehr unterhaltspflichtige Personen du hast (z. B. Kinder), desto weniger darf gepfändet werden

Auch auf dem Konto bleibt dieser Grundbetrag geschützt, wenn du ein P-Konto hast.


Was ist der Unterschied zwischen Lohn- und Kontopfändung?

Lohnpfändung

Kontopfändung

Betrifft dein Gehalt vor Auszahlung

Betrifft dein Bankkonto

Arbeitgeber führt Geld ab

Bank führt Geld ab

Du bekommst nur den unpfändbaren Teil ausgezahlt

Konto kann ganz gesperrt werden, wenn kein P-Konto vorliegt

Manchmal kann beides gleichzeitig passieren – dann wird es besonders schwer. Deshalb ist schnelles Handeln wichtig!


Wie kann ich eine Pfändung vermeiden?

  • Rechtzeitig Schulden bezahlen
  • Ratenzahlung oder Vergleich vereinbaren
  • Schuldnerberatung aufsuchen
  • Nicht ignorieren, wenn Post vom Gericht kommt
  • P-Konto rechtzeitig einrichten

Fazit

Eine Pfändung ist ernst, aber nicht das Ende.
Wenn du schnell reagierst und Hilfe suchst, kannst du Schlimmeres vermeiden.

Das Wichtigste ist:

  • Nicht den Kopf in den Sand stecken
  • Rechtzeitig informieren
  • Schutz nutzen – z. B. P-Konto
  • Kostenlose Beratung holen