Was ist eine Lohn- und Kontopfändung?
Eine Pfändung bedeutet: Ein Gläubiger (jemand, der noch Geld von dir bekommt) darf sich Geld direkt von deinem Lohn oder deinem Konto holen – mit Erlaubnis vom Gericht.
Es gibt zwei wichtige Arten:
- Lohnpfändung
– Ein Teil deines Gehalts wird direkt vom Arbeitgeber einbehalten und an den Gläubiger überwiesen. - Kontopfändung
– Dein Bankkonto wird gesperrt. Die Bank darf dann Geld an den Gläubiger auszahlen.
Beides passiert nur, wenn du Schulden nicht bezahlt hast – und der Gläubiger eine gerichtliche Pfändung beantragt.
Warum gibt es eine Pfändung?
Eine Pfändung soll dafür sorgen, dass Gläubiger ihr Geld bekommen.
Oft passiert das, wenn:
- Rechnungen oder Mahnungen nicht bezahlt wurden
- Ein Gerichtsurteil oder Vollstreckungsbescheid vorliegt
- Du nicht auf Briefe vom Gerichtsvollzieher reagiert hast
Wie funktioniert eine Lohnpfändung?
- Das Gericht schickt dem Arbeitgeber einen Pfändungsbeschluss.
- Der Arbeitgeber ist verpflichtet, einen Teil deines Lohns einzubehalten.
- Nur das, was über dem Pfändungsfreibetrag aus der Lohnpfändungstabelle liegt, darf der Arbeitgeber an den Gläubiger abgegeben.
- Den Rest bekommst du ganz normal ausgezahlt.
Wichtig: Du musst trotzdem Geld zum Leben behalten. Es darf dir nicht alles weggenommen werden.
Wie funktioniert eine Kontopfändung?
- Der Gläubiger beantragt beim Gericht eine Pfändung deines Kontos.
- Deine Bank bekommt einen Pfändungs- und Überweisungsbeschluss zugesendet.
- Daraufhin sperrt die Bank dein Konto.
- Das Geld auf dem Konto wird ganz oder teilweise an den Gläubiger überwiesen, wenn du kein P-Konto hast.
Du kommst dann erstmal nicht an dein Geld. Das kann sehr stressig sein – vor allem bei Miete, Strom oder Lebensmitteln.
Was kann ich tun bei einer Kontopfändung?
Du solltest sofort handeln:
- Ein P-Konto einrichten!
Das ist ein Pfändungsschutzkonto. Damit ist mindestens ein Grundbetrag geschützt (aktuell ca. 1.560 € im Monat – Stand 2025).
Den Betrag bekommst du weiter – trotz Pfändung. - Zur Schuldnerberatung gehen!
Dort bekommst du Hilfe – kostenlos und vertraulich. - Mit dem Gläubiger reden
Vielleicht ist eine Ratenzahlung oder ein Vergleich möglich.
Was ist ein P-Konto?
Ein P-Konto (Pfändungsschutzkonto) ist ein normales Girokonto mit Schutz.
Du kannst es bei deiner Bank beantragen – auch wenn schon eine Pfändung läuft.
Vorteile:
- Ein monatlicher Grundbetrag ist automatisch geschützt
- Du kannst weiter über das Geld verfügen
- Auch bei mehreren Gläubigern bleibt der Schutz bestehen
Tipp: Du darfst nur 1 P-Konto haben. Die Bank ist verpflichtet, es einzurichten – aber du musst es aktiv beantragen.
Wie viel darf gepfändet werden?
Nicht dein ganzes Einkommen oder Geld darf gepfändet werden. Es gibt gesetzliche Pfändungsfreigrenzen. ( Siehe hierzu den Pfändungsrechner der LAG Hessen)
Beispiel:
- Wenn du weniger als ca. 1.560 € netto im Monat verdienst → keine Pfändung möglich
- Bei höherem Einkommen → Ein Teil ist pfändbar
- Je mehr unterhaltspflichtige Personen du hast (z. B. Kinder), desto weniger darf gepfändet werden
Auch auf dem Konto bleibt dieser Grundbetrag geschützt, wenn du ein P-Konto hast.
Was ist der Unterschied zwischen Lohn- und Kontopfändung?
Lohnpfändung | Kontopfändung |
Betrifft dein Gehalt vor Auszahlung | Betrifft dein Bankkonto |
Arbeitgeber führt Geld ab | Bank führt Geld ab |
Du bekommst nur den unpfändbaren Teil ausgezahlt | Konto kann ganz gesperrt werden, wenn kein P-Konto vorliegt |
Manchmal kann beides gleichzeitig passieren – dann wird es besonders schwer. Deshalb ist schnelles Handeln wichtig!
Wie kann ich eine Pfändung vermeiden?
- Rechtzeitig Schulden bezahlen
- Ratenzahlung oder Vergleich vereinbaren
- Schuldnerberatung aufsuchen
- Nicht ignorieren, wenn Post vom Gericht kommt
- P-Konto rechtzeitig einrichten
Fazit
Eine Pfändung ist ernst, aber nicht das Ende.
Wenn du schnell reagierst und Hilfe suchst, kannst du Schlimmeres vermeiden.
Das Wichtigste ist:
- Nicht den Kopf in den Sand stecken
- Rechtzeitig informieren
- Schutz nutzen – z. B. P-Konto
- Kostenlose Beratung holen