Was ist Übergangsgeld?
Übergangsgeld ist eine Entgeltersatzleistung. Du bekommst es, wenn du wegen einer Krankheit oder eines Unfalls an einer Reha oder an Maßnahmen zur beruflichen Teilhabe teilnimmst. Es soll verhindern, dass du während dieser Zeit ohne Einkommen dastehst.
Rechtliche Grundlage:
- § 20–21 SGB VI (wenn die Rentenversicherung zuständig ist)
- § 66 SGB IX (Berechnung und allgemeine Regeln)
Wer bekommt Übergangsgeld?
Du hast Anspruch auf Übergangsgeld, wenn:
- du an einer medizinischen Reha,
- einer Leistung zur Teilhabe am Arbeitsleben (LTA)
- oder einer sonstigen Reha-Maßnahme teilnimmst und
- du vorher Arbeitsentgelt, Arbeitseinkommen oder bestimmte Sozialleistungen (z. B. Krankengeld, Arbeitslosengeld) bekommen hast.
Typische Fälle:
- Du bist länger krank und gehst in eine medizinische Reha.
- Du kannst deinen alten Beruf nicht mehr ausüben und machst eine Umschulung.
- Du nimmst an einer beruflichen Wiedereingliederung teil.
Wie hoch ist das Übergangsgeld?
Die Höhe hängt davon ab, was du vor der Reha verdient hast.
Für Arbeitnehmer:
- 68 % des letzten Nettoentgelts
- 75 %, wenn du ein Kind hast, für das du Anspruch auf Kindergeld hast
Für Arbeitslose:
- Berechnung auf Basis des Arbeitslosengeldes
- Auch hier gelten die 68 % bzw. 75 %
Für Selbstständige:
- Grundlage ist das Arbeitseinkommen, das der Rentenversicherung gemeldet wurde.
Wichtig: Das Übergangsgeld ist oft höher als Krankengeld, weil es sich am Netto orientiert und Kinder berücksichtigt.
Wie lange bekommst du Übergangsgeld?
Du bekommst Übergangsgeld:
- für die gesamte Dauer der Reha
- für die Zeit der beruflichen Wiedereingliederung
- für Wegezeiten, wenn du z. B. anreisen musst
- für Wartezeiten, wenn du zwischen zwei Maßnahmen kurz pausieren musst
Sobald die Maßnahme endet, endet auch das Übergangsgeld.
Wer zahlt das Übergangsgeld?
Das hängt davon ab, wer deine Reha finanziert:
- Deutsche Rentenversicherung (häufigster Fall)
- Agentur für Arbeit
- Gesetzliche Unfallversicherung
- Träger der sozialen Entschädigung
Die Auszahlung erfolgt meist über deine Krankenkasse, aber der Reha-Träger trägt die Kosten.
Welche Pflichten hast du?
Damit du Übergangsgeld bekommst, musst du:
- an der Reha regelmäßig teilnehmen
- Termine einhalten
- Unterlagen vollständig abgeben
- Änderungen (z. B. Arbeitsaufnahme) sofort melden
Wenn du die Maßnahme abbrichst oder nicht mitwirkst, kann das Übergangsgeld gekürzt oder gestoppt werden.
Warum ist Übergangsgeld so wichtig?
- Es schützt dich vor finanziellen Sorgen während der Reha.
- Es erleichtert den beruflichen Neustart.
- Es unterstützt dich dabei, wieder gesund und arbeitsfähig zu werden.
- Es ist ein zentraler Bestandteil der sozialen Sicherung in Deutschland.
Fazit
Übergangsgeld ist eine starke Unterstützung, wenn du gesundheitlich oder beruflich neu anfangen musst. Die gesetzlichen Regeln sind klar: Du bekommst es während der Reha oder beruflichen Teilhabe, und es richtet sich nach deinem letzten Einkommen. So kannst du dich voll auf deine Genesung konzentrieren.