Basiskonto

Basiskonto

Dein Recht auf ein eigenes Bankkonto

Du brauchst ein Konto, um Geld zu bekommen, Rechnungen zu bezahlen oder mit Karte einzukaufen. Aber was ist, wenn du kein Konto bekommst? Dafür gibt es das Basiskonto – ein Konto, das dir gesetzlich zusteht.

Das besondere an diesem Konto ist, dass die Bank nicht frei entscheiden kann, ob du das Konto bekommst oder nicht. Ebenso darf die Bank das Konto auch nicht kündigen, wann sie es will. Du hast ein Recht auf ein Basiskonto – egal, wie deine finanzielle Lage ist, ob du ohne festen Wohnsitz bist oder eine schlechte Schufa hast.

In diesem Artikel erkläre ich dir, was ein Basiskonto ist, wer es bekommen darf und was du beachten musst.

Was ist ein Basiskonto?

Ein Basiskonto ist ein ganz normales Konto, das du für deine täglichen Zahlungen nutzen kannst. Du kannst:

  • Geld einzahlen und abheben

  • Überweisungen machen

  • Lastschriften und Daueraufträge nutzen

  • Mit Karte bezahlen

Aber: Du bekommst keinen Dispokredit. Das heißt, du kannst nur das Geld ausgeben, das wirklich auf deinem Konto ist.

Wer darf ein Basiskonto eröffnen?

Du hast ein Recht auf ein Basiskonto, wenn du:

  • dich rechtmäßig in der EU aufhältst

  • keinen festen Wohnsitz hast

  • Asylsuchend oder geduldet bist

  • noch kein Konto in Deutschland hast

Das steht im Zahlungskontengesetz (§ 31 ZKG). Auch wenn du keine Wohnung hast, kannst du ein Basiskonto bekommen – du brauchst nur eine Postadresse, zum Beispiel von einer Beratungsstelle oder einem Freund.

Ein Basiskonto eröffnen ohne festen Wohnsitz?

Auch wenn du keine eigene Wohnung hast, kannst du trotzdem ein Konto eröffnen. Du brauchst dafür nur eine Postadresse – also eine Adresse, über die du erreichbar bist.

Das kann zum Beispiel sein:

  • die Adresse von deiner Familie

  • die Adresse von Freunden

  • die Adresse einer Beratungsstelle sein.

Eine Wohnadresse gemäß des Meldegesetzes ist nicht nötig. Besteht ein fester Wohnsitz, ist die Wohnanschrift bei der Bank anzugeben.

Wie bekommst du ein Basiskonto?

  1. Geh zu einer Bank, die normale Girokonten anbietet (z. B. Sparkasse, Volksbank oder einer Onlinebank).

  2. Sag, dass du ein Basiskonto eröffnen willst. Die Bank muss dir ein Formular geben – kostenlos. Wenn Sie es nicht macht, dann haben wir hier eins für Dich.

  3. Füll das Formular aus und gib es ab.

  4. Die Bank muss dir innerhalb von 10 Tagen antworten – entweder mit der Kontoeröffnung oder mit einer Begründung, warum sie ablehnt.

Welche Unterlagen brauchst du für ein Basiskonto?

Wenn du ein Basiskonto eröffnen willst, musst du dich ausweisen. Das heißt: Du musst zeigen, wer du bist. Die Bank ist gesetzlich verpflichtet, deine Identität zu prüfen.

Dafür brauchst du ein gültiges Ausweisdokument mit Foto. Zum Beispiel:

  • einen Personalausweis

  • einen Reisepass

  • eine Duldung

  • eine Aufenthaltsgestattung

  • einen Ankunftsnachweis

Wichtig: Eine Fiktionsbescheinigung reicht nicht aus.

Das Dokument muss gültig sein. Wenn du kein passendes Dokument hast oder es abgelaufen ist, darf die Bank deinen Antrag ablehnen.

Darf die Bank mir das Basiskonto verweigern?

Nur in wenigen Fällen kann die Bank deinen Wunsch auf ein Basiskonto ablehnen. Zum Beispiel, wenn du…

  • ein aktuell funktionierendes Konto in Deutschland besitzt.

  • falsche Angaben bei Antragsstellung gemacht hast.

  • das Konto für illegale Zwecke nutzt.

  • schon ein Basiskonto bei dieser Bank hattest und die Bank es berechtigt gekündigt hat – zum Beispiel wegen Zahlungsverzug oder missbräuchlicher Nutzung.
  • in den letzten drei Jahren eine Straftat gegen die Bank, ihre Mitarbeiter oder Kunden begangen hast und dafür verurteilt wurdest.
  • gegen das Geldwäschegesetz verstößt oder die Bank gegen wichtige Rechte verstoßen würde bzw. der Überprüfung deiner Identität nicht nachkommen kann, oder sie gegen ihre Verschwiegenheitspflichten verstoßen würde.

Wichtig: Die Bank darf dich nicht ablehnen, nur weil du Schulden oder eine schlechte Schufa hast.

Wenn die Bank dich trotzdem ablehnt, kannst du dich bei der BaFin (Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht) beschweren. Die BaFin prüft nun den Fall und kann die Bank zwingen, dir ein Konto zu geben. Das Beschwerdeformular findest du auf www.bafin.de. Drucke und fülle das Formular aus und schicke es dann per Post an: Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht  Referat ZR 3;  Graurheindorfer Straße 108;  53117 Bonn

Du kannst den Antrag auch Online stellen. Das Verwaltungsverfahren bei der BaFin ist kostenfrei.

Was kostet ein Basiskonto?

Ein Basiskonto ist nicht kostenlos. Die Bank darf angemessene Gebühren verlangen – also nicht mehr als bei normalen Konten. Leider verlangen manche Banken zu viel. Deshalb lohnt sich ein Vergleich.

Wichtig zu wissen

  • Du kannst das Basiskonto auch als Pfändungsschutzkonto (P-Konto) führen lassen.

  • Du kannst das Konto online oder in der Filiale führen – je nach Bank. 

Kostenlose Basiskonten

Einige Banken bieten das Basiskonto sogar kostenlos an. Zum Beispiel:

  • ING: bietet ein kostenloses Basiskonto ohne monatliche Gebühren
  • VR Bank Dreieich Offenbach: ebenfalls mit kostenloser Kontoführung

Das ist besonders wichtig für Menschen mit wenig Geld, die trotzdem ein sicheres Konto brauchen für deren Lohn, Sozialleistungen oder zur Zahlung der Miete.

Vergleich der besten Basis- & Girokonten​

Auf der Webseite der Bafin kannst du Girokonten und Basiskonten vergleichen. Du siehst zum Beispiel:

  • wie viel das Konto kostet

  • ob Gebühren für Karten anfallen

  • wie hoch die Zinsen bei Überziehung sind

Der BaFin-Kontenvergleich zeigt dir viele Angebote – neutral und unabhängig. Du kannst die Suche mit Filtern anpassen, damit du ein Konto findest, das gut zu dir passt.

Die Nutzung ist kostenlos. Die BaFin gibt keine Empfehlungen, sondern zeigt dir nur die Infos.

Ein kostenloses Basiskonto hilft dir, am normalen Zahlungsverkehr teilzunehmen, ohne extra Kosten. Die Einrichtung eines Basiskontos ist ein wichtiger Schritt für mehr finanzielle Teilhabe  in deinen Leben. Das Konto ist einfach, sicher und für alle zugänglich.